Montag, 26. Februar 2018
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Bekam die Kuh wirklich Öko-Futter?

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Lebensmittelchemiker entwickeln neues Analyseverfahren zum Nachweis von Bio-Milch

07.02.2018

Nicht überall wo "Bio" drauf steht, ist auch wirklich "Bio" drin, warnen Verbraucherschützer. Einem Team von Dresdner Lebensmittelchemikern unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Henle ist es gelungen, ein neues Verfahren zur Unterscheidung von "konventioneller" und "ökologisch" erzeugter Milch (Bio-Milch) zu entwickeln.

 - Kühe, die ökologisch gefüttert werden, erhalten überwiegend Gras, Silage oder ähnliches.
© Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Kühe, die ökologisch gefüttert werden, erhalten überwiegend Gras, Silage oder ähnliches.

Kühe, die konventionell gefüttert werden, erhalten in der Regel Kraftfutter, welches mehr oder weniger stark erhitzt wurde. Durch das Erhitzen entstehen Verbindungen, sogenannte Glykierungsprodukte (Verbindungen aus der Reaktion von Zucker mit Proteinen), die in der Milch messbar sind. Kühe, die ökologisch gefüttert werden, erhalten überwiegend Gras, Silage oder ähnliches – also Futter, welches nicht erhitzt wurde. Entsprechend enthält die Milch dieser Tiere viel weniger Glykierungsprodukte.

Auf der Grundlage dieser Untersuchungen ist so eine „artgerechte“ Ernährung nachweisbar, denn erhitztes Futter gehört nicht zum „natürlichen“ Speiseplan von Kühen. Für Prof. Henle ist das einzige „Tier“, das kocht, der Mensch. Daher enthält Muttermilch, in Abhängigkeit vom Speiseplan der Mutter, auch einen vergleichbar hohen Anteil an Glykierungsprodukten.