Freitag, 19. Januar 2018
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Stahlschmelze berührungsfrei messen

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Forscher entwickeln neue Methode, um Befüllen der Gussform mit flüssigem Stahl zu steuern

12.01.2018

Um beim kontinuierlichen Stahlguss das Befüllen der Gussform steuern zu können, haben Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) eine eigene Magnetfeld-Tomographie entwickelt. Gemeinsam mit Industriepartnern wird das Verfahren nun bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten qualifiziert.

 - Eine am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf entwickelte Methode erlaubt die berührungslose Messung einer heißen Stahlschmelze – eine wichtige Voraussetzung, um das Befüllen der Gussform mit flüssigem Stahl zu steuern.
© HZDR / F. Bierstedt
Eine am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf entwickelte Methode erlaubt die berührungslose Messung einer heißen Stahlschmelze – eine wichtige Voraussetzung, um das Befüllen der Gussform mit flüssigem Stahl zu steuern.

Das Vorhaben ist Teil des europäischen Verbundprojekts TOMOCON. In dem Projekt arbeiten zwölf Forschungseinrichtungen aus neun Ländern zusammen mit 15 namhaften Industrieunternehmen an neuen bildgebenden Sensoren und daran, diese in die Steuerung und Regelung verfahrenstechnischer Prozesse einzubinden. Die Koordination von TOMOCON liegt beim HZDR.

Das Thema des neuen Europäischen Trainings-Netzwerks „Smart Tomographic Sensors for Advanced Industrial Process Control“ (TOMOCON) ist im Kontext der Digitalisierung industrieller Prozesse hochaktuell. Bildgebende Messverfahren haben – insbesondere mit der Entwicklung ultraschneller paralleler Datenverarbeitung – ein enormes Poten­zial als Sensoren zur Echtzeit-Steuerung von Prozessen und Anlagen. Bekannt ist dieses Thema etwa aus dem Bereich des sogenannten autonomen Fahrens.

“Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern wollen wir 15 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine umfassende Doktorandenausbildung bieten. Neben ihren Forschungsprojekten sollen sie in den beteiligten Industrieunternehmen tätig werden“, erläutert der Projektkoordinator Professor Uwe Hampel vom HZDR.

Hintergrund

Für viele industrielle Prozesse sind vor allem tomographische Messverfahren von großem Interesse, weil sie berührungsfrei Einblicke in die Anlagen liefern. Dabei gilt es, die Herausforderungen im industriellen Einsatz zu meistern. Um nur einige Fragestellungen zu nennen: Wie geht man mit aggressiven Prozessbedingungen oder hohen Datenraten um? Wie kann man Parameter für die Steuerung und Regelung intelligent aus Bilddaten extrahieren? Wie sehen neue Formen der Mensch-Maschine-Kommunikation aus? Entsprechend breit sind die Forschungsthemen für die 15 Nachwuchswissenschaftler, denn sie betreffen so unterschiedliche Gebiete wie die Mess- und Sensortechnik, Prozesstomographie, Prozesssteuerung und -regelung, Prozessmodellierung, Mensch-Maschine-Interaktion und massiv-parallele Datenverarbeitung.