AMB 2022: Treffpunkt für Händler

Im Überblick:

Europa hat Wachstum und: Trotz alledem Lieferengpässe sorgte das Auslandsgeschäft 2021 für zweistellige Umsatzzuwächse bei Präzisions- und Spannwerkzeugen – 60 % der Exporte bleiben innerhalb der EU.

Starke Partner Italien, Frankreich, Spanien: Italien bleibt Top-Importland für Werkzeuge, Frankreich glänzt mit 40 % Importplus, Spanien zeigt langsame, aber stabile Erholung.

AMB 2022 als Innovationsbühne: Über 100 VDMA-Aussteller präsentieren auf dem Technologieforum smarte Lösungen – erstmals auch mit Start-up-Pitches.

Wenn sich in Stuttgart vom 13. bis 17. September 2022 die metallbearbeitende Industrie auf der AMB 2022 trifft, werden wieder viele Geschäftspartner aus dem Europäischen Ausland dabei sein. Ein guter Grund, sich die Händler der über 100 ausstellenden Unternehmen aus den VDMA-Fachverbänden Präzisionswerkzeuge sowie Mess- und Prüftechnik mal näher anschauen.

Störungen in der Versorgung, Teilemangel und stockende Produktionen der Kunden – das sind die Herausforderungen mit denen sich viele Unternehmen derzeit konfrontiert sehen. Zusätze kommen höhere Material- und Personalknappheit und umfangreiche Kostenbeteiligungen für Rohstoffe aber auch für Transport und Energie. Noch stieg der Umsatz mit Zerspanungswerkzeugen und Spannzeugen im Jahr 2021 zweistellig. Das lag vor allem am Auslandsgeschäft, das für viele Hersteller ein treibender Faktor war. Deutlich schwächer wachsen hingegen der Absatz im Inland.

Insgesamt betrachtet sich im Jahr 2021 die wirtschaftliche Situation der Werkzeugindustrie in den fünf wichtigsten europäischen Ländern, die auch durch die ECTA (European Cutting Tools Association) vertreten sind, obwohl mit unterschiedlicher Dynamik. Die eingangs beschriebenen Probleme und neuen Wellen der Pandemie ließen die Erholung etwas langsamer voranschreiten als erhofft und dämpfen auch den weiteren Optimismus. Die Europäische Werkzeugindustrie erhöht die grenzüberschreitenden Lieferungen von Zerspanungswerkzeugen um rund ein Fünftel. Am essential blieb dabei der Handel mit. Er wächst leicht überdurchschnittlich um 21 %. So finden 60 Prozent aller europäischen Werkzeuge ihren Abnehmer innerhalb der EU-27 Länder.

Wichtigere Händler Italien

In Deutschland blieb die für die Zerspanung wichtige Produktion der Automobilindustrie hinter den Erwartungen zurück, während z.B. im Maschinenbau der Bedarf an Werkzeugen stieg. Ähnlich das Bild in Italien, durch attraktive Sonderabschreibungen läuft das Werkzeuggeschäft mit den Industrieausrüstern wie den Werkzeugmaschinen, aber auch hier stockte die Autoproduktion.

Der Zuschnitt und die Menge der aus Italien eingeführten Präzisionswerkzeuge blieben im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich, oder steig leicht an. Insgesamt legen sie um 12 Prozent zu: So importierte Deutschland Werkzeuge für den Formenbau in Höhe von etwa 53 Millionen Euro. Der Anteil der Werkzeuge aus dem Schmiedebereich stieg von 44 Millionen Euro im Jahr 2020 auf etwa 50 Millionen Euro ein Jahr später, infolge von Werkzeugen für Spritzgießformen und ähnlichem von 22 Millionen Euro auf etwa 27 Millionen Euro.

Somit sind nach wie vor die drei Spitzenplätze mit Produkten aus dem Werkzeug- und Formenbau belegt. Weitere Produkte sind Gewindebohrer, Fräser sowie Spanntechnik für Werkzeuge und Werkstücke. Im Durchschnitt betrugen die Importe etwa 17 Millionen Euro monatlich – auch in etwa die Hälfte des Volumens der Lieferungen nach Italien.

Die Lieferungen deutscher Werkzeuge nach Italien konnten 2021 um 24 Prozent zulegen. Im Schnitt wurden 2021 monatlich Werkzeuge im Wert von knapp 30 Millionen Euro in das Partnerland Italien geliefert. Die nach dem coronabedingten starken Rückgang in der ersten Hälfte 2020 zu beobachtende positive Entwicklung hielt damit auch 2021 an.

Das mit Abstand wichtigste deutsche Exportgut im Bereich der Präzisionswerkzeuge sind weiterhin hochpräzise Wendescheidplatten. Eine zweite Stelle rangieren auch 2021 Werkzeughalter. Die Lieferungen von Fräsern und Bohrern legen 2021 wieder stark zu.

Beschleunigen und Bremsen in Spanien

Spanien konnte insbesondere im ersten Halbjahr eine starke Erholung verbuchen, obwohl bremsten auch hier der Halbleitermangel und zuletzt explodierende Stromkosten die Produktion und damit den Werkzeugbedarf der Kunden. Auch hier enttäuschte vor allem die Automobilindustrie.

Die Lieferungen deutscher Werkzeuge nach Spanien konnten 2021 um 5 % zulegen. Im Schnitt wurden 2021 monatlich Werkzeuge im Wert von 12 Millionen Euro in das Partnerland geliefert. Die Erholung nach dem coronabedingten starken Rückgang in der ersten Hälfte 2020 schritt damit 2021 langsam voran. Die wichtigsten deutschen Exportgüter nach Spanien sind im Bereich der Präzisionswerkzeuge hochpräzise Wendescheidplatten, Spritzgusformen und Werkzeughalter.

Die deutsche Importe aus Spanien gewannen 2021 einen leichten Rückgang. Sie fielen um 3 % schwächer aus. Die drei wichtigsten Produktgruppen stammen aus dem Werkzeug- und Formenbau. Weitere Produkte wie Bohrwerkzeuge, Spanntechnik für Werkzeuge sowie Fräswerkzeuge waren nur in geringem Umfang geliefert. Im Schnitt betrugen die gesamten Importe mit etwa vier Millionen Euro monatlich etwa ein Drittel des Volumens der Lieferungen Deutschlands nach Spanien.

Nachbar Frankreich lege zu

Der Handel mit Präzisionswerkzeugen und Spannmittel ist mit der mittelmäßigen EU-Volkswirtschaft Frankreich vom Umsatz ihre deutlich breite Aufstellung, als mit Italien oder Spanien. In Frankreich kommt langsam wieder Belebung in das dort wichtige Geschäft mit der Luftfahrtindustrie und die französische Autoindustrie produzierte stabil auf Vorjahresniveau.

Die Lieferungen deutscher Werkzeuge nach Frankreich konnten 2021 um 10 Prozent zulegen. Im Schnitt wurden 2021 monatlich Werkzeuge im Wert von 25 Millionen Euro im Nachbarland Frankreich geliefert. Die Erholung nach dem coronabedingten starken Rückgang in der ersten Hälfte 2020 schritt damit 2021 gut voran. Die wichtigsten deutschen Exportgüter nach Frankreich sind im Bereich der Präzisionswerkzeuge hochpräzise Wendescheidplatten, Form- und Stanzwerkzeuge sowie Fräser und Werkzeughalter.

Die deutsche Importe aus Frankreich gewinnen durch Sondereffekte 2021 einen starken Zuwachs. Sie fielen um 40 Prozent stärker aus. Insbesondere bei Bohrwerkzeugen und Fräswerkzeugen gab es kräftige Zuwächse von niedrigem Niveau aus. Im Schnitt betrugen die gesamte Importe mit etwa 5,5 Millionen Euro monatlich etwa ein Fünftel des Volumens der Lieferungen Deutschlands nach Frankreich.

Praktisch alle ECTA-Länder beginnen gut ins laufende Jahr

Die Schweiz produziert sich innerhalb des ECTA-Verbundes im letzten Jahr am stärksten, hier ist in fast allen Kundenbranchen ein gesteigerter Werkzeugbedarf angezeigt. Auf der britischen Insel dämpften Logistikprobleme die Erholung der produzierten Industrie. Auch hier blieb die wichtige PKW-Produktion nochmal deutlich hinter dem Vorjahr zurück.

Durch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und die Einschränkungen der Corona-Pandemie wird die weitere Wiederherstellung auf absehbare Zeit nicht so schnell vonstattengehen wie erhofft. Noch sehen die Marktexperten vom VDMA alles in allem optimistische Aussichten für Europa und ein gutes Marktumfeld für die AMB 2022. Und: Praktisch alle ECTA-Länder teilen einen positiven Start in das Jahr 2022.

Treffpunkt von VDMA-Mitgliedern

Die AMB ist für die Unternehmen der Metallbearbeitung eine der wichtigsten nationalen Messen mit internationaler Ausstrahlung. In diesem Jahr werden aus den VDMA-Fachverbänden Präzisionswerkzeuge und Mess- und Prüftechnik über 100 ausstellende Unternehmen auf der AMB vertreten sein: überwiegend aus den Bereichen Zerspanung, Spanntechnik und Längenmesstechnik. Also stellen sie eine der größten Ausstellergruppen dar.

VDMA-Technologieforum in Halle 1

Das VDMA Technologieforum ist auch in diesem Jahr wieder der Place-to-be für Fertigungsprofis. An vier von fünf Messetagen, vom 13. – 16.09.2022, gezeigt VDMA-Mitgliederunternehmen und Entwicklungspartner auf dem VDMA Technologieforum (VDMA-Stand B50, Halle 1) in impulsgebenden Vorträgen innovative Lösungen aus den Bereichen Zerspanung, Spanntechnik, Mess- und Prüftechnik, Digitalisierung und Forschung. Zur Verfügung stellt das Forum erstmals junge Start-ups die Möglichkeit, ihr Potenzial für die Metallbearbeitungsindustrie in Pitches und Kooperationsvorträgen unter Beweis zu stellen.


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