Projekt "iGUARD" – Forscher von Fraunhofer ITEM und MHH erhalten Award

Das Kooperationsprojekt »iGUARD – Inhalierbare RNA-Therapeutika zur gezielten Heilung von Lungenerkrankungen« wurde mit dem Innovationspreis Niedersachsen 2025 ausgezeichnet. Über den Preis in der Kategorie »Wissens- und Technologietransfer« freute sich ein Team aus Forschenden der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und des Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM. Das Team nahm die Auszeichnung am 4. November 2025 bei der feierlichen Preisverleihung in Hannover von Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, entgegen. Der Innovationspreis wird vom Niedersachsen.next Innovationsnetzwerk vergeben. Er ist mit 20.000 Euro dotiert.

Wirkstoff erreicht die Lunge direkt

Trotz erfolgreicher Impfstoffentwicklung sind wirksame Medikamente für die meisten Viruserkrankungen immer noch nicht verfügbar. Das iGUARD-Team will dies ändern und entwickelt RNA-basierte Medikamente für Menschen mit schweren Lungenerkrankungen. Da sich die Wirkstoffe schnell an unterschiedliche Viren anpassen lassen, bieten sie auch Schutz vor neu auftretenden Infektionskrankheiten. Eine spezielle, patentierte chemische Struktur der RNA ermöglicht es, die Therapeutika direkt in die Lunge einzuatmen – was die Wirksamkeit erhöht und gleichzeitig schwerwiegende Nebenwirkungen reduziert. Dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit ist die Technologie geeignet, die Entwicklung weiterer antiviraler Therapien zu beschleunigen.

Innovativer Therapieansatz

Das iGUARD-Projekt wurde bereits mehrfach von der Bundesagentur für disruptive Innovation (SPRIND) im Rahmen der SPRIND Challenge unterstützt. "Ich freue mich sehr, dass unser innovativer Therapieansatz die Jury überzeugt hat", sagt Professor Axel Schambach, Co-Leiter des Projekts und Leiter des MHH-Instituts für Experimentelle Hämatologie. "Diese Auszeichnung hilft uns, unsere Entwicklung weiter voranzutreiben und das Therapeutische schneller zu Patienten zu bringen." Projektpartner sind das MHH-Institut für Experimentelle Hämatologie (Professor Axel Schambach, Prof. Dr. Dr. Adrian Schwarzer) und die Abteilung Präklinische Pharmakologie und Toxikologie am Fraunhofer ITEM (Prof. Dr. Armin Braun, Dr. Philippe Vollmer Barbosa).

Fast 100 Anwendungen

Der Niedersächsische Innovationspreis wird seit 2016 verliehen. Sie wird jährlich vom Innovationsnetzwerk Niedersachsen.next in den Kategorien „Wissen und Technologietransfer" und „Schlüsseltechnologien" vergeben. Der Preis zeichnet zukunftsweisende Ideen aus, die den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern oder technologische Durchbrüche ermöglichen. Schirmherren sind Wissenschaftsminister Falko Mohrs und Grant Hendrik Tonne, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bau. In diesem Jahr wurden knapp 100 Bewerbungen für den Niedersächsischen Innovationspreis eingereicht.

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